Wir bewegen uns - Wir leben

Wir bewegen uns – Wir leben

Sogar, wenn wir vollkommen still liegen, findet unentwegt Bewegung im Körperinneren statt. Rund um die Uhr bewegen sich Billionen Zellen. Seien es die Zellen der glatten Muskulatur des Darmes, die Zellen unserer größten Drüse – der Leber, die Zellen der Blutgefäße und des pulsierenden Blutes…

Das vegetative Nervensystem steuert die Funktionen der inneren Organe, der Verdauung, des Herzschlags und der Atmung. Diese Bewegungsvorgänge vermögen wir kaum durch den Willen zu beeinflussen. Es sei denn, wir praktizieren bestimmte Übungen des autogenen Trainings oder des Yoga.
Wie wir vom Yoga wissen, lassen sich durch Körperübungen, Konzentration, mentale Methoden wie innere Bilder und Gedankenkraft, sowie durch Atmungspraktiken die Organtätigkeiten bewusst kontrollieren und verändern. Der Pulsschlag lässt sich offenbar durch Übung genauso steuern wie die Verdauung.

Durch reichlich aktive Körperbewegung regen wir die inneren Organe an, wir erhalten sie leistungsfähig.


Atmung:

Sobald wir uns aktiv bewegen, atmen wir auch intensiver und voller als im Ruhezustand. Dadurch wird die Gehirntätigkeit stimuliert. Das Gehirn arbeitet nur, wenn es mit ausreichend Sauerstoff versorgt ist. Beim Einatmen gelangt der Sauerstoff in die Lungen. Von dort transportieren ihn die roten Blutkörperchen in das Gehirn. Dies ermöglicht chemische Prozesse und elektrische Vorgänge, so dass Milliarden Neuronen im Gehirn miteinander kommunizieren. Dadurch sind wir in der Lage wahrzunehmen und zu denken.

Wenn wir Spazieren gehen, nehmen wir doppelt so viel Sauerstoff auf, als beim Sitzen. Und beim Laufen nehmen wir rund viermal mehr Sauerstoff auf, als beim Gehen. Unser Körper ist für Bewegung geschaffen und nicht für längeres Sitzen. Die Weisheit des Körpers drückt es aus:
Gehen Sie nicht auch manchmal auf und ab, wenn Sie über etwas konzentriert nachdenken, wenn Sie ein Problem lösen, wenn Sie ein Projekt ausarbeiten, wenn Sie einen Text auswendig lernen?


Bewegungsmangel durch langes Sitzen:

Durch die zunehmend sitzende Arbeitsweise und die hohe Technisierung, die uns körperliche Arbeit abnimmt, verkümmern die Bewegungsfunktionen. Sogar kleinere Einkäufe werden mit dem Auto erledigt. Wir nützen Fernsteuerungen, um ein Video einzuschalten, anstatt dass wir aufstehen und uns zum Gerät hinbewegen.

Technische Entwicklungen sind an sich neutral. Erst die Art wie und in welchem Ausmaß wir sie gebrauchen, entscheidet darüber, ob sie unserem Wohlergehen dienen, oder ob sie uns schaden.
Der Umgang mit Technik kommt unserem Forscherdrang und der Spielfreude entgegen. Doch er kann süchtig machen – genauso wie Zucker. Das Surfen im Internet oder das Smartphone üben eine derart hohe Anziehungskraft aus, dass wir oftmals stundenlang fast bewegungslos vor den Bildschirmen verharren.

Falls wir einen sitzenden Beruf ausüben, brauchen wir mehrmals täglich aktive Körperbewegung, damit wir nicht träge werden. Der wöchentliche Besuch im Fitness Studio oder der Wochenendausflug sind hilfreich und erbaulich. Doch das reicht nicht, um sich langfristig optimal bewegungsfähig zu erhalten. Mehrmals täglich kurze Pausen einzulegen kostet zweifellos Überwindung. Doch auch Minuten und Sekundenpausen, die wir für auflockernde Bewegung nützen, helfen bereits weiter.

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