Das Leibgedächtnis – Spuren im KörperLebensgewebe

Das Leibgedächtnis – Spuren im KörperLebensgewebe


Als Leibgedächtnis/ Körpergedächtnis/ kinästhetisches Gedächtnis bezeichnen wir die Informationen unserer leiblichen Erfahrungen – das was uns widerfährt, das was wir erleben, das was uns beeindruckt hat.
Diese Eindrücke sind im Zentralnervensystem gespeichert. Aus energetischer Sicht sind unsere Eindrücke auch in den Energieströmen der Aura gespeichert.

Wann immer Sie einen Menschen berühren, treffen sich nicht nur zwei Organismen. Es berühren sich zwei Lebensbiographien mit all ihren freudigen und schmerzhaften Erinnerungen. Besonders stark eingeprägt sind angstbesetzte Erinnerungen, sowie Erlebnisse aus der vorgeburtlichen und frühkindlichen Zeit bis zum ersten Lebensjahr: Eindrücke die wir noch vor der Sprach- und Begriffsentwicklung aufgenommen haben. Das ist jene Zeit, in der sich das Grundvertrauen bildet.

Das Gehirn verfügt über ein Angst- und Panikzentrum, sowie über ein Glücks- und Belohnungszentrum. Diese beiden Schaltzentralen kontrollieren wir nicht bewusst.
Sobald wir ein Signal im Außen wahrnehmen, gelangt diese Information in unsere Schaltzentrale. Diese prüft, ob es sich um ein Gefahrensignal oder um ein Freudesignal handelt. Im Bruchteil einer Sekunde entsteht das entsprechende Gefühl, so dass wir rasch handeln können.
Bei Gefahr werden wir gewarnt und reagieren schützend. Bedrohliches zu erkennen, ist seit Urzeiten für unser Überleben wesentlich wichtiger, als Freude zu empfinden. Das erklärt, weshalb unangenehme Erfahrungen deutlich nachhaltiger in unserem Gedächtnis verankert sind als angenehme Erlebnisse.


Trigger und Schmerzreaktionen:

Bei Verspannungen bilden sich manchmal physische Triggerpunkte. Das sind schmerzhafte winzige bis pflaumengroße Verhärtungen an Muskeln, Sehnen, Bändern oder an den Faszien. Diese entstehen:

- Durch einseitige Überlastung einzelner Muskeln.
- Sie bilden sich auch im Narbengewebe nach Operationen.
- Wenn wir unsere Muskeln zu wenig beanspruchen - was zu hoher Anspannung in einigen anderen Muskelgruppen führt.
- Bei hohem Stress – dabei sind die Muskeln in Daueralarmbereitschaft ständig zu hoch angespannt.


Psychischer Trigger:

Im psychischen Zusammenhang bezeichnen wir als Trigger jene derzeitigen Sinneseindrücke, die Erinnerungen an ehemalige Erfahrungen intensiv wecken. Dabei geht es oftmals um verletzende und belastende Erfahrungen

Eine Geste, eine Farbe, ein Geruch, eine Berührung…, die wir jetzt wahrnehmen, kann uns an ein Erlebnis der Vergangenheit erinnern. Das Gehirn fügt die Puzzleteile an Erinnerungen zusammen und formt eine neue Vorstellung. Dabei treten ähnlich Gefühle auf, wie wir sie beim Ereignis der Vergangenheit hatten.
Was wir jetzt erleben, ist allerdings nicht mit dem früher Erlebten ident – dieses ist ja vorbei.

Auch medizinisch notwendige Untersuchungen und Behandlungen, Operationen, oder die Intimsphäre verletzende Berührungen können sich traumatisierend auswirken.
Die Vernunft sagt uns zwar, dass ein Eingriff notwendig ist. Doch der Instinkt hat hier das Sagen. Denn auf der zellularen Ebene nehmen wir wahr, dass uns eine körperliche oder seelische Wunde zugefügt wird.
Wenn es um Traumata geht, steht die Wahrnehmung des instinktiven Teils des Nervensystems im Vordergrund. Was der Verstand sagt, spielt bloß eine kleinere Rolle – denn die vernunftbetonte Denkleistung hat sich entwicklungsgeschichtlich erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt im Gehirn ausgebildet.
Diese biologische Tatsache ist einer der Gründe dafür, dass chirurgische Eingriffe posttraumatische Reaktionen hervorrufen können.

Springt der Trigger an, so werden Gefühle mitunter derart intensiv erlebt, als würde die einstige Situation jetzt wieder stattfinden (Flashback). Da solche Flashbacks auch durch Berührung ausgelöst werden können, obliegen im klinischen Bereich manuelle Therapien für psychisch Kranke der ärztlichen Zustimmung und Aufsicht.

Bei jedem Kontakt, bei jeder Berührung können Erinnerungen wachgerufen werden.
Nicht immer äußern sich Erinnerungen an unangenehme Ereignisse als heftiger Gefühlsausdruck. Auch Unruhe, Hautjucken, Hitze- und Kältegefühle, eine plötzliche Veränderung in der Stimmung oder im Verhalten können Anzeichen dafür sein, dass ein Trigger aktiviert wurde. Solche Reaktionen stellen sich mitunter auch zeitversetzt Stunden oder Tage danach ein.

Die Natur hat uns jedoch mit einem schützenden Mechanismus ausgestattet, der emotional aufwühlende Erfahrungen oftmals für lange Zeit im Speicher der Erinnerungen ruhen lässt. Dadurch werden wir nicht ständig mit Gefühlen überschwemmt.

Unsere Lebenserfahrungen hinterlassen sichtbare, tastbare, spürbare Spuren im Körpergewebe. Jede Falte, jede Schwiele, jede Narbe, jede seelische Wunde, jede Verspannung oder Schlaffheit im Gewebe zeugt von Erlebtem.
All diese Erinnerungen, diese ganze Lebensgeschichte berühren Sie, wenn Sie einen Menschen berühren.

zurück