Körperbewegung - eine hochkomplexe Leistung

Körperbewegung – Eine hochkomplexe Leistung


Wenn wir von Bewegung sprechen, meinen wir im Allgemeinen jene Körperbewegung, die wir mit Hilfe der Spannkraft der Skelettmuskeln vollbringen. Hinter jeder dieser Bewegungen steckt ein hochkomplexer Ablauf an Bewegungskoordination.
Das willkürliche Nervensystem steuert jene Bewegungen, die dem Bewusstsein und dem Willen unterliegen.

Das motorische System in Gehirn und Rückenmark spielt mit Hunderten Muskeln zusammen, die sich präzise aufeinander abstimmen – anspannen und entspannen. Viele unserer Bewegungsabläufe laufen wie von allein ab, ganz leicht, fast wie automatisch führen wir manche Bewegungen aus. Doch sie waren gar nicht so einfach zu erlernen. Wir brauchten unzählige Wiederholungen bis wir gehen, laufen, schreiben, radfahren... gelernt haben.

Ob wir uns die Socken anziehen, die Bankomatkarte aus der Börse nehmen, den Rucksack hochheben oder einen Menschen berühren – stets vollbringen wir eine hochkomplexe Leistung, die gar nicht bis ins Detail nachvollziehbar ist.


Ursachen von Verspannung:

Sehr hoher Tonus mit harten Muskeln entsteht bei einseitiger körperlicher Belastung. Sei es durch Kraftanstrengung bei der Arbeit, beim Sport oder Krafttraining und bei mangelnder Übung der muskulären Gegenspieler (Antagonisten).

Auch bei Stress der über eine längere Zeit anhält, bei Unruhe und belastenden Emotionen reagiert der Organismus mit einer übermäßigen Aktivierung von einzelnen Muskelgruppen – und dies geschieht von Kindheit an.

Plötzliche auftretende primäre Emotionen – das sind Freude, Wut, Trauer, Liebe oder Angst, gehen oftmals mit hoher Anspannung einher.
Diese lockert sich, sobald wir die Gefühle ausdrücken. Sei es durch körperliche Bewegung, durch volles Atmen oder durch die Stimme.
Vokaler Ausdruck wie schreien, seufzen, singen, klagen, schluchzen, jauchzen befreit von innerem Druck genauso wie Niesen und Husten.
Drücken wir belastende Gefühle niemals aus, sondern „schlucken sie hinunter“, so kann das zu hohem Stress und Verspannungen führen.

Nach einer Bewegung sollte die erhöhte Muskelspannung wieder abklingen. Bleibt der Tonus jedoch weiterhin erhöht (Restspannung), so führt auch das zu Verspannung.
Das geschieht meist im Alltag, wenn wir von einer Tätigkeit zur nächsten hasten und dem Organismus keine regenerierenden Ruhepausen ermöglichen.


Verspannung schädigt den Organismus: 

Verspannungen ziehen einseitige Belastungen, Fehlhaltungen und Folgeerkrankungen des Bewegungsorganismus nach sich. Durch den unterschiedlichen Muskeltonus erfolgt ein unausgeglichener Zug der Muskeln an den Knochen. Das verzieht den Bau des Skeletts. Fehlhaltungen beeinträchtigen nun die Stützfunktion. Der Organismus gerät aus dem Gleichgewicht. Das öffnet Tür und Tor für Wirbelverschiebungen, instabile Gelenke, Steifheit, Beckenschiefstellung, schmerzhafte Körperbewegung, Atembeschwerden u.v.a.m.

Durch hohe Dauerspannung versteift sich das Gewebe. Die betroffenen Muskeln können nicht mehr entspannen. Nerven, Arterien und Kapillaren werden eingeengt. (Kapillaren sind die feinen Blutgefäße, welche Arterien und Venen verbinden). Die Zufuhr von sauerstoffreichem Blut wird eingeschränkt. Die Beweglichkeit der Muskeln nimmt ab. Die schmierende Gleitfunktion der Faszien verringert sich.
Faszien sind dünne Gewebeschichten, welche die einzelnen Muskelfasern, die Muskelfaserbündel und den ganzen Muskel umhüllen. Die gesunden Faszien-Hüllen brauchen wir, weil dadurch die Muskeln gleiten, ohne dass sie sich schmerzhaft aneinander reiben.

So entstehen Muskelschmerzen und Nervenschmerzen. Bei Überlastung können auch Mikrorisse in den Muskelfasern entstehen. Diese entzünden sich allzu leicht und verursachen jene Schmerzen, die wir Muskelkater nennen.

Verhärten sich die Muskeln, so wirkt sich das auch auf die im Zellgewebe gespeicherten, nun eingeschlossenen Gefühle aus. Energetische Blockaden entstehen, die den vollen Lebensausdruck beeinträchtigen.

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