Die ChiroAesthetik® stützt sich auf drei Säulen:
- Die menschliche Bewegungsentwicklung
- Die personenzentrierte humanistische Psychologie
- Der Systemtheorie
Bewegungsentwicklung
Die Bewegungsentwicklung des Kindes geschieht aus eigener Initiative. Sie ist Teil einer komplexen menschlichen Entfaltung. Als Teil der Persönlichkeitsentwicklung ist sie auch von der gesamten gesellschaftlichen Entwicklung mit beeinflusst. Bewegen, Erkennen und Motivation hängen eng mit anderen Menschen - mit Bezugspersonen, und mit der Umgebung in der dieser Prozess stattfindet, zusammen. So ist die motorische Entwicklung wesentlich von der Erziehung, z.B. von den Bewegungs- und Verhaltensmustern der Eltern - mit all ihren Vorlieben oder Abneigungen denen das Kind nacheifert, abhängig. (Vgl. Jacobs 1990, Petzold 1988, Pikler 1988).
Personenzentrierte humanistische Psychologie
Die ChiroAesthetik® sieht den Leib als Selbstausdruck der Person. Über die Körperfunktionen drückt der Mensch sein Fühlen, Denken und die Persönlichkeit aus. Somit ist die geistigseelische Verfassung am Atem, an der Stimme, an Körperhaltung und Bewegung erkennbar.
Die humanistische Sichtweise sieht den Menschen als selbständiges, eigenverantwortlich agierendes Wesen. Die humanistische Sicht arbeitet ressourcenorientiert, leibnah und im Dialog mit dem Menschen. Gefragt sind hier Einfühlungsvermögen, eine mutmachende Lebenshaltung und das Schätzen der Einzigartigkeit jedes Menschen.
So wird die Entfaltung des Menschen gefördert. (Vgl. Feldenkrais 1994, Perls 1989, Petzold 1988).
Systemtheorie
Der menschliche Organismus verfügt über eine bestimmte Funktionsweise, eine strukturelle Ordnung und Eigendynamik. Er reagiert schon auf kleinste Verstörungen mit einer Neuordnung seines Systems. Die Lösung eines Problems oder die Heilung von einer Krankheit liegt letztlich beim Menschen selbst.
Systemtheoretiker sehen den menschlichen Organismus als ein Zusammenspiel von Funktionen, in denen kein Teil die alleinige Vorherrschaft hat: Er ist ein sich selbst regulierendes, ordnendes System. Der Mensch selbst befindet sich in beständiger Wechselwirkung mit anderen Systemen/Organismen wie: Andere Menschen/ Familien/ Arbeitsgruppen/ Freundeskreise/ Gesellschaftsgruppen...
Bis zu einem gewissen Grad können körperliche Verletzungen ohne medizinische Versorgung heilen, können schwierige Lebenssituationen oder seelische Verletzungen ohne psychotherapeutische Unterstützung verarbeitet werden. Der Mensch verfügt demnach über Selbstheilungskräfte. (Vgl. Maturana/Varela 1987, Schlippe(Schweitzer 1996).
Literatur
Feldenkrais, M.: Der Weg zum reifen Selbst, Phänomene menschlichen Verhaltens. Paderborn 1994
Jacobs, D.: Die menschliche Bewegung. 1990
Maturana, H.R./Varela, F.J.: Der Baum der Erkenntnis, Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens. 1987
Perls, Frederick S.: Das Ich, der Hunger und die Aggression, Die Anfänge der Gestalt-Therapie. München 1989.
Petzold, Hilarion G.: Integrative Bewegungs- und Leibtherapie, Paderborn 1988
Pikler, E.: Laßt mir Zeit, Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen, München 1988.
Schlippe, A.v./Schweitzer, J. : Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. Göttingen 1996
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