Achtsamkeit

Achtsamkeit:

Bei den vielen Anforderungen, die der Alltag mit sich bringt, geraten wir allzu leicht unter Druck. Vieles soll erledigt werden, unsere Gedanken schweifen planend, freudig oder sorgenvoll in die Zukunft. Manchmal denken wir noch an vergangene Situationen, an Unerledigtes, an freudige Feste oder an emotional Aufwühlendes.

Rein körperlich sind wir zwar hier anwesend, an einem bestimmten Platz, bei einer bestimmten Tätigkeit – doch unsere Gedanken schweifen in die Ferne. Unsere Sinne funktionieren zwar, doch wir nehmen nur einzelne Ausschnitte des Geschehens wahr. Dadurch geschehen Fehler bei der Arbeit oder Unfälle.


Interessiert es mich überhaupt?

Wenn wir geistig nicht bei der Sache sind, liegt eine gewisse Flüchtigkeit in unserem Tun. Dieses Phänomen stellt sich auch ein, wenn uns eine Arbeit nicht allzu sehr interessiert.
Kennen Sie es nicht auch? Wann immer Sie etwas gerne tun, sind Sie mit Leib und Seele bei der Sache. Sie sind geistesgegenwärtig, aufmerksam, manchmal sogar begeistert. Das hat einen angenehmen Nebeneffekt. Eine gewisse Frische und innere Zentriertheit stellen sich ein. Wir lassen uns nicht so leicht aus der Ruhe bringen.

Kinder die noch eng verbunden mit der Natur leben, sind beim Entdecken des Neuen und beim Spielen oftmals sehr achtsam. Sie sind ganz in die Sache vertieft, die sie tun. Diese Fähigkeit ist uns angeboren.

Durch die Reiz- und Informationsüberflutung der modernen Gesellschaft nimmt unsere Achtsamkeit ab. Durch unsere Geschäftigkeit und Sorgen, durch die vielen kleinen Dinge des Alltags die uns mitunter quälen, verlieren wir den Blick für die Reichtümer um uns.

Nehmen Sie sich noch die Zeit, um innezuhalten im Alltag? Bleiben Sie stehen, um sich an den Kastanienblättern zu erfreuen, die im Herbstwind wirbeln? Lassen Sie sich vom prächtigen Glanz der Mondsichel beglücken?


Achtsamkeit im Alltag:

Manche Menschen schulen sich im Achtsamkeitstraining. Doch wir erhalten bereits im Alltag unentwegt Gelegenheit, achtsam bei der Sache zu sein, präsent zu sein:
Beim Zähneputzen, wenn wir uns bücken um etwas aufzuheben, wenn wir uns niedersetzen, beim Anziehen der Schuhe… Es kommt dabei nicht auf die Tätigkeit an, sondern darauf, ob wir geistig ganz Da sind. 

Durch Bemühen gelangen wir nicht zur Achtsamkeit. Sie stellt sich vielmehr ein, wenn wir innerlich still werden und hellwach mit offenen Sinnen bereit sind, das jetzt Nötige zu tun. Wenn wir uns erlauben, unsere Empfindungen zu spüren. Wenn wir das was wir tun geschehen lassen, anstatt es wie durch Zwang durchführen zu müssen.

Achtsamkeit birgt eine gewisse Langsamkeit in sich. Ständig mit hoher Achtsamkeit zu leben, ist kein wünschenswerter Dauerzustand. Erhalten wir die Achtsamkeit zu lange aufrecht, so erstarren wir. Unsere natürliche Spontaneität geht verloren.

zurück